Weltfrieden Wut Woche: Fremde Wut

May 16th, 2008

Ich glaub es hackt!

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Bevor wir zum Grande Finale der Wutwoche ansetzen, nochmal dieser Beitrag über fremde Wut im Fernsehen. Sehr schön sieht man da, was für Choleriker beim Fernsehen arbeiten, die normalerweise für total sachlich gehalten werden. Würde mich nicht wundern, wenn es so ein Video auch irgendwo vom Wickert gäbe. Oder von der Berghoff. Von der hiess es ja eh, das sie die Tagesschau fest in ihrer Hand hält und ein strenges Regiment geführt hat. Nun aber erstmal anderen beim ausrasten zugucken.



[YouTubeDirektImNotDoingItAgain]

Spannend, oder? Besonders bemerkenswert finde ich ja dieses angezicke des Anchormans im Studio mit seinem Aussenreporter, der wohl mal sein Boss war. Das ist ja schlimmer als bei Falcon Crest! Jetzt kommt aber der Knaller. Wut, in ihrer Eigenschaft als Eruption, hat ja eine ganze Menge mit Kraft zu tun. Mit Stärke (ich will nicht sagen das Wutausbrüche ein besonderes Zeichen von Stärke wären, das Gegenteil ist der Fall, aber ich meine Stärke in einem Kraft-Kontext). Und deswegen kann man nun herrlich feststellen, das diese Energie auch einen Rythmus hat, den man nur auffangen muss, und schon hat man einen echten Power-Track am Start. Beweist zumindest dieser schöne Wutremix:



[YouTubeDirektWutLoop]

Wir sehen also: Andere Mütter haben auch wütende Söhne.

[via Rene via]

Weltfrieden Wut Woche: Der Film

May 15th, 2008

Da geht mir doch die Hutschnur hoch!

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Weltfrieden Wut Woche: Ehrgeiz

May 13th, 2008

Ich hab so nen Hals! Weiter gehts!

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Ich bin ein ehrgeiziger Mensch. Es gibt viele Dinge, die ich mit Leidenschaft mache und die mir Freude bereiten. In denen ich aufgehe. Auflegen zum Beispiel. Oder eben bloggen. Oder Musik machen. Oder Viedospiele. Oder Filme schreiben. Da möchte ich gerne das Maximum aus mir herausholen, solange pressen bis die Kohle zu einem Diamanten geworden ist. Ich wachse gerne über mich hinaus, wenn das auch selten genug vorkommt. Vielleicht auch gerade deswegen.

Was ich schrecklich finde sind Menschen, die einfach alles mit Ehrgeiz bewältigen müssen. Die stets meinen, das ihr unerschütterlicher Glaube an sie selbst rechtfertigt, das sie sich alles erlauben dürfen, solange es sie nur irgendwie weiterbringt. Die Loyalität für ein Hindernis halten. Gut, das würde so keiner von denen zugeben, aber es ist doch allzu oft so. Ich kann mich problemlos in irgendwelchen karrieristischen Dingen zurückhalten, solange ich nur einem Freund damit helfen kann. Und ich denke auch, das es sich nicht ausschliessen muss für oder mit jemandem zu arbeiten und trotzdem befreundet zu sein. Ich kategorisiere Menschen auch nicht danach was sie mir bringen oder wie weit sie mich bringen oder wann sie mir mal nützlich sein können, sondern ich unterteile relativ grob in “Cool” und “Arschloch”. Das muss reichen.

Ich finde es unerträglich wenn Leute ohne links und rechts zu gucken für ihr Wohl kämpfen, wie man das als Vater zum Beispiel auf Elternversammlungen erleben kann. Es geht immer erst um das Wohl der eigenen Kinder, dann eventuell um das der anderen. Dabei verstehe ich eine Schule als komplexes, gesamtes System, in dem alle nach Möglichkeit an einem Strang ziehen sollten. Wenn da jeder versucht das beste für das eigene Kind rauszuholen, schlagen sich irgendwann alle die Köppe ein. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich möchte das es meiner Tochter gut geht, das sie gerne zur Schule geht und lernt was wichtig ist. Aber ich möchte das eben alle anderen Kinder das auch tun. Das ist kein besonders sozialistischer Gedanke, sondern eher ein sozialer. Dürfte selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht.

Ich treffe auch manchmal Kollegen, die in meiner Nähe das dringende Bedürfnis verspüren, sich zu profilieren und gross zu machen (MC kennt ein Beispiel) und mir zu sagen wieviel mehr sie aus Situationen schöpfen können. Ich stehe dann daneben und lächel und bleibe höflich und denke mir meinen Teil. Nämlich: Warum? Was hast du für ein Problem mir diesen ganzen Scheiss erzählen zu müssen? In welcher Art und Weise könnte ich jemals eine Gefahr für dich darstellen? Und was hast du davon? Nicht das ich als Idiot hingestellt werde, iwo. Aber ich werde so verglichen, das man mir Ehrgeiz absprechen soll. So ein Zirkus lässt mich machen Gähn. Dabei komme ich mir aber immer selber in die Quere. Denn was Karrieristen als naiv bezeichnen würden ist für mich eine Grundvorraussetzung menschlichen Zusammenlebens: Immer davon ausgehen, das der andere nichts böses im Schilde führen kann. Deswegen höre ich mir dann immerwieder die gleiche Scheisse an. Ich habe dies, ich habe das, du hast das nicht, also geh mir weg. Liebe Leute.

Das Problem bei der Situation ist: Man wird in eine Lage gedrängt, in der man nichts anderes sagen kann als: Ich habe es nicht nötig zu vergleichen. Und das finde ich eine schreckliche Position. Natürlich habe ich es nicht nötig, warum auch? Ich weiss ja, das ich den Grössten habe. Aber damit wird der Vergleich per se negativ besetzt, was er ja nicht ist. Eigentlich. So ein Vergleich kann ja auch etwas spannendes sein, etwas nützliches. Aber ich möchte gerne freiwillig entscheiden, wann ich den anzustellen gedenke und nicht dazu gedrängt werden, weil jemand gerade was zum abreagieren braucht. Ich verliere auch gerne Vergleiche. Ist doch schön wenn es dem anderen etwas bringt, mich im Armdrücken zu schlagen. Da verliere ich gerne, das ist etwas ehrliches. Aber zu sagen: “Ich habe mehr (sinnloses Konsumprodukt deiner Wahl einfügen) als du!”, zeugt doch von einer gewissen Kleingeistigkeit gepaart mit dem falschen Ehrgeiz ausgerechnet mir etwas beweisen zu müssen, den ich jeden erstmal versuche Vorurteilsfrei zu begegnen. Und das nervt mich.

Nun habe ich, jobbedingt, schon desöfteren mit solchen Leuten zu tun gehabt. Und meine Reaktion wurde über die Jahre immer verständnisloser. Anstatt arroganter. Ich kann dann eben nicht sagen: “Dann steck dir doch dein (sinnloses Konsumprodukt deiner Wahl einfügen) in den Arsch und freu dich!” sondern versuche denjenigen zu vermitteln, das ich das OK finde und kein Problem damit habe. Was ebendiese dazu motiviert noch weiter zu machen. Es ist eine Art Masochismus. Sie WOLLEN hören, das sie mir auf den Sack gehen und sich verpissen sollen. Aber meine Sack-Nerv-Schwelle ist äusserst hoch, weswegen das eigentlich nie passiert, weswegen ich im Perpetuum-Mobile-Modus vollgequatscht werde von solchen Idioten. Und mir wünschte, die Fähigkeit zu haben ihnen zu sagen, das sie das doch bitte jemandem erzählen würden, den das interessiert, was mir aber meine Höflichkeit verbietet. Und das geschnatter hört nicht mehr auf. Das Problem am Ehrgeiz ist nicht der Ehrgeiz, sondern die Ehrgeizigen, welche ihn für eine positive Charaktereigenschaft halten und deswegen zu jeder Tag und Nachtzeit damit rumprahlen müssen. So wie es Leute gibt die sagen: Ich sage immer und jedem ganz offen und ehrlich meine Meinung. Die glauben auch eine gute Charaktereigenschaft damit auszudrücken. Aber man muss nicht immer und jedem ehrlich seine Meinung geigen. Wirklich nicht. Vor allem nicht ungefragt. Das ist unprofessionell.

Es ist eine Sackgasse. Man kann ihnen eben nicht erklären das eine Freundschaft, egal wie jung oder alt sie auch sei, immer Priorität haben muss. Auch vor Karriere und Co. Wahrscheinlich nur einer der Gründe, warum ich es in der Politik nie weit bringen würde. Oder in der Wirtschaft. Oder auf der Elternversammlung.

Weltfrieden Wut Woche: Islamophobie

May 12th, 2008

Alles was man hier nun lesen wird, ist meine Meinung. Nicht das sich nacher jemand beschwert.

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Das schöne am Internet ist ja, das es so gross ist. Die Scheisse am Internet ist ja, das es so gross ist. Da sieht und liest man Sachen, die man sonst eigentlich nicht sehen und lesen will. Und wahrscheinlich auch nicht würde. Man würde solche Sachen irgendwo zitiert sehen und das reichte einem voll und ganz. Aber ne, World Wide Web, da ist alles nur einen Klick weit entfernt. Da landet man dann schonmal auf Seiten total verblendeter Arschlöcher, die meinen eine Meinung zu haben und zu wissen wie der Hase läuft. Die glauben eine richtige Wahrheit gefunden zu haben. Und das absurde daran ist: Egal was man ihnen sagt, es ist immer und auf jeden Fall eine Bestätigung dafür, das sie recht haben. Wenn man ihnen zustimmt, klaro, dann hat man echt Ahnung. Die Kommentierer schiessen dabei gerne übers Ziel hinaus, rufen auf zur Menschenjagd, wollen unser Land säubern und weitere Kommentare das einem nur kotzschlecht werden kann und sämtliches Essen der letzten 20 Jahre wieder hochkommt. Doch wo andere ihre Kommentare moderieren, wenn sie zu drastisch werden, lässt man hier die Arschlöcher munter weiter fackeln und ihre abartige Gehirnwichse ins Netz kotzen.

Dabei bedienen die Vollproleten, die sich da austoben, einem eigenen Vokabular. Vor allem auf dem Blog, das als zentrale Anlaufstelle paranoider Islamophobiker gesehen werden kann, PI. Alle, die nicht schlau genug sind sämtliche Islamgläubige als potentielle Terroristen abzustempeln, die nichts besseres vor haben als das Christentum hierzulande zu verdrängen, sind “Gutmenschen”, was schon als eigene Superbeleidigung gilt. Jeder Mensch, der Nuancen einer anderen Hautfarbe als Weiss aufweist, ist ein “Dhimmi”. Jede Moschee die gebaut wird, ist eine zuviel und geradezu lächerlich findet es die Fanmeute beim Hetzblog, wenn jemand mit abweichender Hautfarbe einen deutschen Pass besitzt. Das sind für die keine richtigen Deutschen. Wem das zum würgen noch nicht reicht, der kann ja mal versuchen sich in die verquaste Logik der Spacken versuchen hineinzudenken. Dabei ist es immer egal, welchen Artikel man aufruft. Es gibt immer irgendwen, der versucht etwas Grundsätzliches in den Kommentaren zu sagen und seine Position als die Richtige darzustellen. So gibt es in einem Artikel über “linkes Empörertum”, wo es um einen Kommentar in der FAZ geht (zum Fall Krause, soweit ich das richtig begriffen habe), einen Kommentierer, der seinen Sermon mit den Worten “Ja, ich bin Nazi” einleitet und dann relativiert, er sei Nazi in den Augen der RotGrünen GutmenschenWeltverbesserer weil er Grundsätze habe, die von denen nicht anerkannt würden. Er sei gegen Gewalt, für Israel und USA, er sei Demokrat und für die Menschenrechte…blablabla. Links sein und intellektuell ist für ihn ein Widerspruch und er kommt zu dem Fazit: “Links = BÖSE”. Das diese Logik ja nun leider auch nicht den hohen IQ der Rechten bestätigt, lassen wir mal so dahin gestellt. Das nervige ist die schleimige Argumentation. Sich so lange winden und drehen, bis man selber nicht mehr weiss, auf wessen Seite man steht. Das zeichnet diese, eventuellen Menschen aus. Da kann man sich nicht mal mehr für fremdschämen, da will man einfach nur noch an der Menschheit verzweifeln und sich fragen, ob freie Meinungsäusserung gleichzusetzen ist mit freiem Scheissegelaber.

Aber das waren nur die Kommentierer. Die Artikel, die auf der Seite zu lesen sind, bedienen fröhlich jedes Ressentiment, das man als moderner Dünnbrettbohrer so haben kann. Ein Artikel über die Aussage einer palästinensichen Mutter, das ein Selbstmordattentat ihres Kindes das schönste Mutertagsgeschenk sei, das sie sich vorstellen könne, wird natürlich illustriert mit einem Foto einer Frau und einem verkleideten Kind mit Sprengstoffgurt. Links zu dem Zitat oder dem Artikel gibt es natürlich keine, nur zu dem vermeintlich ersten Idioten, der die dämliche Quote veröffentlicht hat. Mit demselben Bild. Man copyd und pasted sich so sein Weltbild schnell zusammen. Das die Macher damit erfolgreich sind, will ich ihnen gar nicht absprechen. Und eigentlich finde ich es auch ganz gut. Da haben die ganzen Spinner ein Sammelbecken, wo sie sich alle schön selbst bemitleiden können und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, wie missverstanden sie und ihr Weltbild doch sind. Das wäre alles in Ordnung. Man selbst, als Mensch mit funktionierendem Gehirn, kann dann da ab und zu mal vorbei und sich die Bagage angucken, wie die Affen im Zoo, sich darüber amüsieren das ausgerechnet DIE irgendwie mit uns verwandt sein sollen und frohgemuts weitergehen. Dann wäre alles in Ordnung.

Ist es aber nicht, denn die zusammengeklaubte Idee und Philosophie hat der Mob von ganz anderen Stellen. Die sind da ja nicht selbst drauf gekommen, die haben Anheizer. Und einer von denen ist Henryk M. Broder. Ein Journalist, der sich aber in den letzten Jahren eher der Polemik und der Kolumne zugewandt hat. Mit Journalismus im klassischen Begriff hat das nicht mehr viel zu tun. Da werden keine Meldungen geprüft oder so was, da wird einfach nur schnell aufgenommen, was gerade in die Argumentation passt. Insofern würde es mich auch nicht wundern, demnächst etwas von Broder über das Sexvideo von Shakira zu lesen. Und wahrscheinlich findet er es toll, denn die arbeitsweise von ihm lautet: Wenn wenigstens zwei dafür sind, dann bin ich dagegen.

Ja, es gibt streitlustige Menschen, es gibt sogar Menschen, die sehr lustig streiten können. Broder ist aber nichts dergleichen. Er ist ein Pfau, der um Aufmerksamkeit hascht, wo er sie nur kriegen kann. Und er kriegt davon mehr als erwünscht: Texte im Tagesspiegel, im Spiegel, auf Spiegel Online etc. pp. In den Redaktionsstuben scheint der Gedanke zu sein: Bringt mal was, was die Leute spaltet. Irgendwas polarisierendes. Irgendwas womit wir wenigstens ein Miniskandälchen zusammen kriegen. Herrgott nochmal, wenigstens irgendetwas, das entfernt an eine Art Meinung erinnert! Und zack, schon ist die Nummer von Broder aus dem Rolloding gefischt und er hat einen Auftrag mehr, den er sich ans Rever heften kann. Dabei geht es in jedem seiner Texte nur ums schnelle Vorurteileaufzählen, alle die nicht seiner Meinung sind rundmachen und zu zeigen, was er für einen wundervoll auf hochglanz polierten Arsch hat. Zwar rhetorisch mal mehr mal weniger versiert, aber ansonsten keine Substanz, keine schlüssige Argumentation, ja, nichtmal Fakten. Dazu passte es ja dann auch wieder das er seinen Preis und seine Laudatio von “Fakten, Fakten, Fakten”-Markwort bekam. Minus und Minus ergibt Plus. Hat da aber leider nicht geklappt. Man lobt Broder für seine Unangepasstheit, Unbequemheit und dafür, das er den Finger in die Wunde legt. Wenn Rassismus und das schüren stumpfester Vorurteile, ohne die Fähigkeit der (Selbst)Reflektion jetzt schon lobenswert ist, dann freue ich mich auf die nächsten Focuskolumnen des NPD-Vorstands.

Um das nochmal klar zu machen: Broder ist ein Arschloch, das sich freut eines zu sein. Er pöbelt und stänkert in der Hoffnung, das einer zurückkackt. Auf seinem Blog veröffentlicht er regelmässig Kommentare oder Mails der Menschen, die ihn kritisieren. Man sieht, das kommt gar nicht bei ihm an, er ist merkbefreit. Jeder Kommentar gegen ihn bestärkt ihn in seinem handeln. Und wird vorgeführt. Seht mal der Depp, der hat was gegen mich, da kann er ja nur ein Depp sein. Und deswegen hauen wir uns jetzt nochmal alle wegen dem auf die Schenkel. Höhöhö. Broders Verdienst ist es, den Stammtisch in die Feuilletons gebracht zu haben. Und eben solchen Leuten, wie den oben erwähnten, eine für sie schlüssig scheinende Argumentationshilfe in die Hand gedrückt zu haben. Wie sehr das an gelebter Realität vorbei geht, ist unwichtig. Gutmenschen, Erbsenzähler, Dhimmis, linkes Pack, Heulsusen, Islamofaschisten (sic!) und Arschlöcher: Haltet doch bitte alle das Maul. Broders Tour mag billig sein, aber sie funktioniert. Und solange sich noch ein halbwegs etabliertes Blatt dazu bereit erklärt diesem ollen Hetzkopp ein Forum zu bieten, wird sich daran auch nichts ändern und die krankhaften Islamophobiker immer weiter Auftrieb bekommen.

Versteht mich nicht falsch, ich will nichts totschweigen. Ich denke auch das Freedom of Speech wichtig ist. In Amerika können ja auch problemlos irgendwelche Fanatiker tagen, ohne das sie ernst genommen würden. Aber die lässt man dann doch bitte keine Artikel für etablierte Medien verfassen. Oder keine Videos in denen sie zeigen wie sie beraubt wurden und dann versuchen eine Gagparade abzufeiern, während sie bei der Polizei anrufen und sich echauffieren, das diese nichts über den Verbleib der gestohlenen Herrenhandtasche sagen kann. Die selbstverständlich in einem südländischen Café geklaut wurde. In Kreuzberg. Und man muss natürlich die Originalüberwachungsaufnahmen zeigen. Und während man all das kommentiert einen Fez auf dem Kopf tragen. Ich denke, Broder hält sich für sehr clever, meint er habe die Chuzpe Dinge auszusprechen, wo andere höflich schweigen. Ich nenne so etwas “ideologische Brandstiftung”.

“Aber dich fragt ja keiner!”, würde Broder jetzt sicher lachend antworten. Und er hat recht. Deswegen verbreite ich ja meine Meinung hier und jetzt ganz ungefragt. Wenigstens das könnte ich von ihm gelernt haben.

Einen weitaus besseren, fundierteren und argumentativ sicher stichhaltigeren Artikel über Broders Proletisierungswut, gibt es in der aktuellen Titanic zu lesen.
Wer mehr über ihn und über das oben beschriebene Hetzblog lesen möchte, sollte sich die brillianten Artikel Niggemeiers dazu durchlesen. Aber vorher die Kommentare abschalten, das hält kein Mensch aus.

Sonderwoche auf dem Weltfrieden

May 12th, 2008

Im Prinzip spricht alles dagegen: Die Sonne scheint wie bekloppt, der 1. FC Köln ist da wo er hingehört, ich habe eine lustige Woche mit Töchterchen vor mir und ich geniesse gerade jeden Tag in den vollsten Zügen. Und dennoch, oder vielleicht genau deswegen: Ich muss mal ein wenig vom Plan abweichen, nur für die nächsten paar Tage denn es ist:

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Der Weltfrieden, zumindest für eine Woche mal anders. Einmal Dampf ablassen zu verschiedenen Themen ohne konkreten Grund. Einfach nur weil es mich schon immer ankotzt. Sollte euch der Gedanke widerstreben, mich sauer zu lesen (wobei: Sauer macht lustig!), dann überspringt einfach diese Woche. Ansonsten hoffe ich das durchzuhalten. Fällt mir schon immer sauschwer, sauer zu sein. Verdammte Kacke!

Danke für den grossartigen Schriftzug, René!

Im Park da gibts koa Sünd…

May 8th, 2008


[GoogleVideoDirektDickerKopf]

Freundlichkeit in Beton-Dur

May 7th, 2008

Da war diese ältere und offensichtlich verwirrte Frau am Ostbahnhof, die, als ich sie passierte, sofort anfing zu schimpfen: “Ihr verdammten Arschficker! Lasst mich endlich in Ruhe!”

Dann war da diese Frau mit Kinderwagen in der Strassenbahn, die fragte ob ich ihr einen Fünfer wechseln könnte. Das konnte ich nicht, aber ich fragte sie, was sie denn für ein Ticket brauchen würde. Sie bräuchte eine Kurzstrecke sagte sie und ich bot ihr spontan an, sie auf eine Kurzstrecke einzuladen. Einfach so. Ohne Hintergedanken (was soll man auch bei 1,20 € für Hintergedanken haben?). Verwirrt winkte sie ab und fragte andere Umstehende, ob sie ihr den Schein wechseln könnten.

Dann ist da dieser Mann aus dem Spätkauf, der eine Frisuir aus dem Jahre 1988 trägt und mich regelmässig mit einer gewissen Grummeligkeit empfängt, was wohl den Höhepunkt erreichte, als ich einmal seinen Laden betrat mit einem Telefon am Ohr. Als er kassierte schüttelte er nur den Kopf und war kurz vor ernsthaft empört. Manchmal sehe ich ihn tagsüber auf der Bank des Dönerladens neben ihm. Und er straft mich immernoch mit “diesem Blick”. Dabei habe ich nur telefoniert!

Manchmal könnte man den Wunsch in sich verspüren, den Plan aufzugeben die grosse Stadt mit Freundlichkeit zu fluten.

Wie würdest du das nennen?

May 6th, 2008

- Du tauschst dich in seitenlangen Mails mit dem Mädchen, das du nur einmal auf einem Festival gesehen und kennengelernt hast, zu einem überproportional grossen Teil über aktuelle Zeitschriften aus.

- Du freust dich wenn sie dir wieder geschrieben hat und guckst als erstes, wie lang ihre Mail geworden ist, damit du weisst auf was für eine Länge du dich freuen kannst.

- Du wächst über dich hinaus was deine Formulierungswut betrifft und bestreitest einen wahren Satzkonstruktbattle mit ihr.

- Du weisst das sie, nur kurz, in deine Stadt kommt und bist wirr und aufgeregt.

- Du lachst lauthals über die kleinen Spässe, die sie in ihre Briefe einbaut, auch wenn dich die Umstehenden und -sitzenden dafür komisch angucken.

- Du denkst nach dem aufwachen als erstes daran, ob sie dir wohl geantwortet hat.

- Du hast das Gefühl, keinen wundervollen Blogeintrag zu verfassen, weil deine Schreibkraft sich auf das verfassen von Antwortmails konzentriert.

- Du bist gelassen.

Platzhalter

May 5th, 2008

An dieser Stelle stehen demnächst Auszüge eines unglaublich tollen und fantastischen Mailwechsels. Please hold the line.

Fernsehen Metaebene

April 30th, 2008

- Ey Nilzenburger, warum bloggst du denn gerade nichts?
- Weil ich gerade “The Men´s Room with Bas and Jeremy” gucke. Und danach kommt Ricky Gervais. Auf “Weazel”. Ausserdem kam gerade der Trailer für “72″. Ihr seht ich hab ne Menge zu gucken.
- Was ist denn “Weazel” für ein komischer Sender? Haben wir nie gehört.
- Ihr kriegt auch wirklich gar nichts mit….:)

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