Neues Video des Monats

In der Sidebar. Nur für alle die es nicht mitbekommen. Hier ist es auch nochmal. Nimm DAS Sesamstrasse..:)

[VimeoDirektWeezerInsekten]



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Nilzenburger liest Weltfriedentexte Part 1: Sturmfrei

Der erste Wunsch, die erste Lesung. Wie immer mit ultrabilligem, schnell selbst eingespieltem Jingle und einem kleinen Verleser, den ich aber auch Authentizitätsgründen dringelassen habe (hört sich besser an als: Ich war zu faul den rauszuschneiden.)…

Viel Spass!

Sturmfrei gelesen von Nilzenburger
Den Originaltext findest du hier.

P.S.: Ja, ich bin ultraerkältet, deswegen hört sich meine Stimme so komisch an. Na und? :)



Lass den Weltfrieden lesen..

Blog-Lesungen sind ja so eine Sache: Immer finden sie da statt, wo man selber gerade nicht hin kann. Aber das ist jetzt anders, denn: Ich lese jetzt für dich.

Im Laufe der Jahre hat sich hier einiges angesammelt an Texten und ich habe ja immer das Gefühl, das viele davon in einer sehr “gesprochenen” Sprache geschrieben sind. Deswegen wird dem jetzt Rechnung getragen (und auch damit hier mal wieder ein bisschen mehr los ist). Du suchst dir einfach den Text aus, den ich für dich lesen soll und dann mach ich das. Bitte mit Link zum Text in die Kommentare posten und ab geht die Luzie. Dabei wird das noch nichtmal besonders demokratisch gehandhabt: Es geht nicht darum, welche Texte am meisten Stimmen bekommen, sondern welche Texte sich überhaupt gelesen gewünscht werden. Jeder Wunsch wird berücksichtigt, zumindest so lange die Aktion läuft. Und WIE lange das sein wird, das weiß ich selbst noch nicht. Das File kann man dann runterladen und überall mit hin nehmen. Nilzenburger in der Bahn, im Auto, im Swingerclub, auf der Arbeit, kurz: Überall da, wo man was hören kann.

Also: Im Weltfrieden stöbern, Text aussuchen, in die Kommentare posten und vom Autor gelesen bekommen. Bin ja mal gespannt, ob sich überhaupt irgendjemand an irgendeinen Text erinnern kann…



Sauer macht sauer

Puh. So viele Baustellen zur Zeit. Und der Weltfrieden muss sich mal wieder aufregen. Aber keine Sorge: Jetzt kriegen einmal alle ihr Fett weg und dann wird die frisch auferstandene Sonne genossen!

- Käßmann tritt zurück, weil sie besoffen erwischt wurde am Steuer ihres Dienstwagens. Und alle tun so, als wäre das selbstverständlich. Da schleuder ich den moralischen Sittenwächtern der CSU zum Beispiel mal ein freudiges “Fuck you!” entgegen. Ich weiß nicht wie oft diverse Posten und Pöstchen-Besetzer dieser Partei schon beim drunk driving erwischt wurden. Aber klar, da ist das normal. Die Bayern eben, sind ja eine Bierkultur. Da klopft man sich auf die Schulter und lacht ein bisschen drüber und gut ist. Ich finde Käßmanns Reaktion konsequent. Wenn ich sie (also, die Reaktion) auch scheiße finde. Aber die Lady hat meinen tiefsten Respect und es würde vielen anderen Politik- und Kirchen-Vertretern gut zu Gesicht stehen, daraus zu lernen, was es bedeutet
k o n s e q u e n t zu sein. Allein, sie werden es nicht checken. Und die katholische Kirche um Bischof Mixa ist eh heilfroh mit ihrem geradezu systematischen vertuschen von Kindesmissbrauch aus der Schusslinie zu geraten. Aber sorry, liebe Katholiken, ihr könnt nichts für eure Vorsteher, ich möchte denen aber das noch mit auf den Weg geben:
Euer Gott is not amused.

- A propos “not amused”: Das ist auch die Bunte nicht, weil sie Wettbewerbsverzerrung von Seiten des “Stern” vermutet. Der schreibt in seiner aktuellen Ausgabe (mit einem mir wirklich angsteinjagenden Von-Der-Leyen-Hardliner-Cover), das die “Bunte” eine Fotoagentur damit beauftragt hätte, Politiker geradezu systematisch zu überwachen und zu bespitzeln um eine super Story draus zu kriegen. Die “Bunte” streitet alles vehement ab und schreibt in ihrer Pressemitteilung zu dem Fall:

BUNTE hat den Inhaber der Berliner Presse- und Fotoagentur, Stefan Kießling, zu den im Stern erhobenen Vorwürfen um Auskunft gebeten. Stefan Kießling hat der BUNTE-Chefredaktion versichert, dass seine Agentur die im Stern gemutmaßten unlauteren Recherchemethoden nicht angewendet hat. Ferner erklärte er, dass er sich von zwei ehemaligen Mitarbeitern, auf die sich der Stern als Informanten beruft, im April 2009 im Streit getrennt habe.

Der Stern schreibt in seinem diffamierenden Artikel, dass privat sei, was beruflich/politisch keine Relevanz besitzt. Im Fall Seehofer hat der Stern ebenfalls mit der Agentur CMK zusammengearbeitet und ein CMK-Foto der Seehofer-Geliebten mit Kind veröffentlicht.

Das schreiben die ohne Rot zu werden. Das veröffentlichen die ohne Rot zu werden. Das vertreten die ohne Rot zu werden. Nochmal: Die “Bunte”. Ein Heft über Promi-Klatsch und Tratsch, das nur davon lebt, Paparazzi-Fotos zu veröffentlichen, Prominente dazu zu bringen, ihre persönlichen Geschichten in einem wenigstens selbstgesteckten Rahmen bei ihnen zu veröffentlichen, bevor sie sich selbst etwas schlimmeres zusammenreimen. Die gleiche Zeitung spricht von der “diffamierung” durch einen Mitbewerber (Wobei ich mir auch denke, das der Stern das nicht so gerne hören wird, quasi direkter Konkurrent ausgerechnet der “Bunten” zu sein). Wenn es nicht so egal wäre, ich würde vom Glauben abkommen. Was ist mit den Luten nur los?

- A propos was ist mit den Leuten nur los? Dazu brauch ich nur zwei Worte: Guido. Westerwelle. Ich halte die FDP für eine wirklich komplizierte Partei. Ich kenne zumindest keine, in der so viel unterschiedlich fähiges Personal auf einem Haufen ist, wie bei den Liberalen. Wenn man an die Grand Dames und Seigneurs denkt wie Hamm-Brücher oder Genscher und sie in den direkten Vergleich zu Leuten wie Möllemann oder eben jenen Westerwelle stellt: Da tun sich Welten auf. Und wenn man dann noch so unmenschlich, unsozial, unrealistisch und unüberhörbar argumentiert und disst wie unser Aussenminister es gerade macht, dann kommt einem, pardon, einfach nur noch das kalte Kotzen. Westerwelle spielt sich auf wie der Robin Hood in “Time Bandits” wenn er sagt: “Die Armen sind arm, deswegen heissen sie ja auch arm.” Konkrete Änderungsvorschläge? Fehlanzeige. Armenbashing zur Verbesserung der Umfragewerte? Bingo! Und auch wenn jetzt viele sagen: Im Kern hat er ja recht, wir müssen mal über Sozialleistungen reden und wie sie sich finanzieren lassen und wie wir den Ärmeren in unserer Gesellschaft wieder auf die Beine helfen, so stimmt das zum Teil, wird mich aber nicht davon abhalten Westerwelle weiterhin zu sagen, das diese Form der Kampagne auf dem Rücken von denen, die sich nicht wehren können, absolut abscheulich und verachtenswert ist. Die Debatte über das Sozialsystem ist etwas ganz anderes. Die muss auch woanders (und unter weniger diffamierenden Sprüchen) geführt werden. Nicht in der Debatte über Westerwelles verbale Erniedrigiungen.


[YouTubeDirektDerSpassIstVorbei]

- A propos “Kotzen”: Ich habe hier noch einen angefangenen Artikel rumfliegen, den ich dann doch nicht zu Ende schrieb, weil ich das Gefühl hatte, in der Sache wäre schon alles gesagt. Und ich tu mich schwer, da jetzt noch etwas sinnvolles hinzuzufügen. Und was ich nun schreiben werde, klingt in gewisser Weise arrogant und belehrend. Oberlehrerhaft. Deswegen sträube ich mich so dagegen, das zu schreiben. Aber nachdem ich im letzten Sonntagstagesspiegel noch ein Interview gelsen habe, muss es einfach raus: Mein Senf zum Feuilleton-Skandal um Helene Hegemann und ihr abschreiben aus “Strobo” für ihr Buch “Axolotl Roadkill”. Ich schreibe extra nicht “plagiieren” oder “kopieren” oder “remixen” (das am allerwenigsten), weil das Worte sind, die den Sachverhalt verwässern. Das Mädchen hat abgeschrieben. Punkt. So wie man das aus der Schule damals kennt: Man schreibt ab, gibt es aber unter seinem eigenen Namen beim Lehrer ab in der Hoffnung, dafür gelobt zu werden. Da geht es nicht um Quellen, oder gar um “Quellenangabe vergessen” oder um “nicht dran gedacht”. Da geht es darum, gut da zu stehen. Gerne auch mit der Leistung anderer, wenn die eigene nicht mehr reicht. Und das hat Hegemann gemacht. In der ersten Pressemitteilung, nachdem Deef die ganze Chose aufgedeckt hatte, hat sie sich noch einigermassen annehmbar entschuldigt. Aber alles was danach kam, machte alles immer schlimmer und es wurde immer klarer: Dem Mädchen ist zu keinem Cent bewusst, was sie da eigentlich gemacht hat. Nun mögen alte Feuilleton-Säcke das ganze charmant und “jugendlich unbedarft” finden, ich finde es erschreckend. Aber es erinnert mich. Und jetzt kommt der schlimme Part, den ich oben angedeutet habe:

Ich habe damals mit 17 beim Fernsehen angefangen. Und ich habe, vor allem die erste Zeit zum ersten Hype, wirklich gedacht mir scheint die Sonne aus dem Arsch. Es ist in dem Alter auch wirklich verwirrend mit Ruhm und ähnlichem umzugehen. Was es nicht weniger Reizvoll macht. Nun war ich zu der Zeit ehrlich gesagt sicher nicht im Stande, mich so eloquent auszudrücken, wie Hegemann das tut und ich habe auch kein Buch geschrieben, sondern “nur” mein Gesicht für einen Musiksender in die Kamera gehalten. Trotzdem masse ich mir an zu wissen wie es ist, in dem Alter mit den Medien umzugehen. Es macht Spass, kann manchmal etwas stressig sein, aber im grossen und ganzen geniesst man doch diesen Zirkus, der um einen herum veranstaltet wird. Und da erzählt man Sachen, oh Boy, ich bin froh das das meiste davon wieder irgendwo verschwunden ist. Ich erinnere mich an vieles, für das ich mich heute ein bisschen schäme. Und an ein Bisschen, für das ich mich heute viel schäme. Und ich weiss: In ca. 10 Jahren wird es Helene Hegemann genauso gehen. Vielleicht hat sie ja bis dahin mal ein Buch geschrieben, das komplett ihrer Feder entstammt. Vielleicht weiss sie dann, was das für eine Arbeit ist (sie kokettiert ja jetzt schon damit, das ihr das schreiben von “Axolotl Roadkill” nicht wirklich Spass gemacht hätte, aber das ist, relativ offensichtlich, eben genau das: Koketterie). Vielleicht reflektiert sie bis dahin mal ihr eigenes Handeln. Nur um mich nicht falsch zu verstehen: Ich bereue nichts was ich getan habe und ich habe damals schon einen guten Job gemacht. Nur beim drumherum hätte ich manchmal eher meine Klappe halten können…:) Ich finde es auf jeden Fall nicht richtig, das Hegemann, die ja für sich selbst in Anspruch nimmt, bitte nicht auf ihr Alter reduziert zu werden, mit Samthandschuhen anzufassen. Ich hatte damals glücklicherweise Freunde im direkten Umfeld, die mir, wenn es nötig war, gehörig den Kopf gewaschen haben. Das hat sie leider offensichtlich nicht. Schade um ein junges Talent (das sie scheinbar ist), das jetzt verheizt wird. Aber da nimmt sich das hochgestochene, sich niemals irrende, der wahren Kultur verpflichtete, arrogante bildungsbürgertümliche Feuilleton nichts, absolut gar nichts mit dem Boulevard. Nur die Schiessbudenfiguren sind andere.

So. Puh. Geschafft. Jetzt: Sonne her!


[YouTubeDirektInstantSonne]



Das hier hat so unglaubliche Meme-Qualitäten…

Wer sich seit dem Fischmob-Song “F.R. David” (übrigens nachwievor einer ihrer besten Songs…J.Mascis FTW!!!!) immer gefragt hat, was der heut denn nun wirklich macht, hier ist die Antwort: Immernoch Musik.

Letztes Jahr hat er dann wohl eine neue Platte rausgebracht und ein, ähem, “Video” zu dem Song “Some people never learn” gemacht, in dem er da so mit Gitarre sitzt, singt und dazu werden immer echte Bilder von echten Tragödien/Dramen drüber gelegt. Das führt bei dem Song, dessen Sozialkritik sich mir nicht sofort erschliesst, zu einer gewaltigen sogenannten Bild-Text-Schere. Gutes Beispiel dafür sieht man u.a. bei Minute 1:26 wenn er wunderschön gehaucht singt “Some people never leeaaaarn…” und man gleichzeitig jemanden sieht, der vom WTC springt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen…(Am Ende singt er “I keep on doing the same mistakes…” zu Bildern von Mutter Teresa…o_O)

Das ist so dermassen unfreiwillig WTF, unfreiwilliger WTF geht gar nicht mehr.


[YouTubeDirektDavidVsDieWelt]



Kleine Flashvideoanalyse: Französiche Italo-Disco auf spanisch und das späte Geld

Diesmal wird es nicht so lang wie sonst, wenn ich einen Song und seine Cover auseinander nehme (was dann eh wieder keinen interessiert…:)). Tatsächlich kommen in diesem Post nur zwei Videos vor. Ein Altes und ein Neues.

Fangen wir mit dem Alten an:

Wir sehen hier die (französiche!) Band “Magazine 60″ (englischer Name!) bei ihrem Auftritt bei “Formel Eins” (deutsche Show!) mit ihrem (spanischen!) Titel “Don Quichotte”, der es, man glaubt es kaum, sogar bis Platz 56 der (amerikanischen!) Charts geschafft hat und sich eindeutig dem Genre “Italo (!!!) Disco” zuordnen lässt. Ein internationaleres Produkt kann man sich also kaum vorstellen. Es fällt mir aber ehrlich gesagt auch schwer mir ein bizarreres Lied auszudenken. Gut, das liegt sicherlich auch an der Performance in diesem Clip, die so viele wunderbar unfreiwillig komische Momente hat (Die Choreographie? Hallo?) und von denen mit einer unglaublichen Ernsthaftigkeit vorgetragen wird…der Wahnsinn. Schon alleine das die Frau das gesamplete Zeug Lip-Synced ist den ganzen Clip wert. Also erstmal gucken:


[YouTubeDirektNoACasa, via Quitzi]

Das Eigentlich faszinierende dabei ist ja eben auch: Man kann die Songstruktur nicht so richtig nachvollziehen. Es ist als wenn die im Studio gesessen hätten und so ein bischen was aufnahmen und einer von denen hat dann noch gesagt: “Ey, und hier machen wir jetzt noch so ne Gitarre rein, die null passt! So ne leicht spanisch gespielte!” Und alle so: “Yeah!!!!!”

So entstand also dieses musikalische Kuddelmuddel, das, wie gesagt, sogar in den Staaten immerhin in die Mitte der Top 100 gecharted ist. Respect. Und der Titel ist eigentlich auch ganz gut gewählt, denn “Don Quichotte” ist in der Tat ein äusserst bizarres Buch und dieser Vorgabe wird der Song in jeder Hinsicht gerecht. Zwei Jahre später versuchten sie es mit einem weiteren Song der nach dem (mexikanischen!!!) Volkshelden “Pancho Villa” benannt war, aber es war nicht mehr dasselbe (obwohl nicht minder komisch zusammengewürfelt, siehe Link). Damit hätte sich die Geschichte der vermutlich internationalsten Band ever eigentlich auch zu Ende erzählt. Eigentlich.

Wenn nicht 20 Jahre später ein Typ in seinem Studio gesessen hätte und auf der Suche nach einem Sample für eine weitere Single seines Soloalbums auf “Don Quichotte” gestossen wäre. Der Typ war Will I. Am von den Black Eyed Peas. Und er hat einzig die Gitarre aus dem Break genommen und in seinem Stück verwurstelt. Wie sich das genau anhört, sieht man hier:


[YouTubeDirektMamma]

Das geilste an der ganzen Sache ist eigentlich das: Das er für dieses kurze Stückchen Musik, die beiden Typen als Komponisten voll mitcrediten musste. Sprich: Die haben 20 Jahre später nochmal richtig abgesahnt, denn ich weiß es zwar nicht genau, aber die Single dürfte sich schon einigermassen ordentlich verkauft haben. Nur mit einer klitzekleinen Idee, einem Fragment aus einem Song. Ich liebe solche Geschichten. Ich hätte mir nur gewünscht, das die in dem Will I. Am Video eine ähnlich versierte Choreo an den Tag gelegt hätten. Aber, Meh, man kann halt nicht alles haben.



Das Herz - Versuch einer Analyse

Okay, zur Erklärung: Ich höre gerade dieses Lied auf Repeat. Bin im Moment geschätzt beim 10. Durchgang. Vielleicht solltet ihr das jetzt auch anmachen und hören, damit ihr in die Stimmung kommt, die ich beim schreiben hatte, während ihr das lest.


[DailyMotionDirektGänsehaut]

Ich bin alles andere als ein einsamer Mensch. Und darüber sehr glücklich. Ich bin in einer sehr komfortablen Position. Ich habe eine grossartige Familie, fantastische Freunde und lerne immer wieder neue, tolle, coole, nette, spezielle und spannende Menschen kennen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten das “Einsamkeit” mein geringstes Problem ist.

Nochmal von vorne: Ich bin glücklich. Aber nicht weil ich Single bin, sondern trotzdem.

Totaler Quatsch, so fängt man keinen Text an. Jetzt aber: Mein Herz schlägt sich durch die Nacht. Meine Gedanken hängen irgendwo rum. Meine Stimmung schlägt nicht plötzlich um. Hat sich aber geändert. Heimich still und leise.

Nein, nein, nein. Das gefällt mir alles nicht. Ich bin ganzen Herzens fröhlich traurig glücklich sehnsüchtig. Ich bin ganzen Herzens. Das ist es.

Und noch eine Runde: So tonight, i´m gonna find a way to make it, without you…



Meine Lieblingstweets des Jahres 2009

Hinweis: Das sieht jetzt so aus als wenn ich die Idee bei Spreeblick geklaut hätte. In Wirklichkeit habe ich dieses Tab aber schon seit 4 Tagen offen im Browser und noch nicht fertig gemacht. Sind wieder die anderen schneller. Aber seht es doch mal so: Jetzt habt ihr schon zwei verschiedene Listen mit tollen Tweets vom letzten Jahr. Ist das nichts?

Eine unprätentiöse Überschrift für einen Artikel, der doch so viel kapriziöses hat: So muss das sein. Keine lange Einleitung: 2009 war das Jahr in dem Twitter und ich endgültig in Love fielen, nachdem wir einen etwas mauen und anstrengenden Start hatten. Aber so ging es mir mit Facebook ja auch. Und es passiert immerwieder das ich mal meine Favoriten auf Twitter durchlese (das sind die tweets von andern, die ich als “gut” mit einem Sternchen markiere) und mich köstlich amüsiere. Deswegen jetzt und hier und als fröhlicher Jahresabschluss meine Best-Of-Liste anderer Leute tweets, die mich fröhlich machen/gemacht haben. Auf gehts.

Platz 10

Der Thombl bringt da ganz gut auf den Punkt, was eigentlich jeder bei Twitter jeden Tag erwartet. Deswegen zu Recht in dieser Liste vertreten und natürlich auch ein super Opener:

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Platz 9

Deef Pirmasens ist einer meiner Lieblingsfollower und Twitterer. Der hat eine gute Mischung aus trockenen Alltagsbeschreibungen und manchmal, ganz manchmal, da entfleucht ihm such a masterpiece wie dieses:

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Platz 8

Der Euphoriefetzen ist unbedingt lesenswert. Und zum Beweis habe ich einen grossartigen Tweet von ihm, der vor allem Freunden asiatischen Essens erst ein lautes “Aha!” und dann ein komisches Gesicht und dann ein Schmunzeln (mindestens!) entlocken wird. Übrigens: Euphoriefetzen twittert auch noch über viele andere tolle Dinge. Wie jeder in dieser Liste unbedingt Folgewert. Oder wie auch immer man das bei Twitterern nennt.

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Platz 7

Ich habe sehr rudimentäre Ahnung von Fussball, die meisten Namen sind mir aber geläufig. Was für ein Spass aber wäre das, wenn dem nicht so wäre? Findet auch reeft:

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Platz 6

Ein Sascha Lobo-Tweet gehört in diese Liste. Beherrscht er das Medium doch wie kein Zweiter. Und sondert meistens ganz wuderbare Tweets ab. Hier ist nun einer, zu dem man vielleicht die kleine Vorgeschichte erklären muss: Robert Basic, seines Zeichens Superblogger, hat vor nem Jahr oder so seinen Blog verkauft. Ich glaube der hat damals ne gute Stange Geld dafür gekriegt. So 50.000 Euro, wenn ich mich nicht irre. Hab gerade keine Lust nachzugucken. Zuletzt hat er wieder für Buzz um seine Person gesorgt, weil er nun seinen Twitter-Account zum Verkauf anbot. Und das man auch noch Sponsor bei seinem neuen Projekt “Buzzriders” werden könnte. Und hat eine Beispielrechnung gemacht, in der er für seinen Twitteraccount 50.000 Euro bekam. Bei, ich glaube, 4000 Followern. Nicht wirklich umwerfende Zahlen. Das ganze war ein bischen peinlich und hat für Aufmerksamkeit gesorgt (später behauptete Basic das er das ja hauptsächlich des Buzz wegen gemacht hätte und er noch kein passendes Angebot für seinen Account bekommen hätte - ja ne, is klar…). Und eben zu folgendem unfassbar lustigem Tweet von Sascha geführt, über den ich wirklich jedes Mal lachen muss, wenn ich ihn sehe:

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Platz 5

2009 - Das Jahr in dem “Schmidt und Pocher” endlich wieder aufhörte. Hipcheck hat das ganze noch etwas origineller formuliert und getweetet:

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Platz 4

Ich lese gerne Sibylle Berg. Wirklich. Ich mochte “Gold”. Frau Berg twittert auch. Manchmal sehr schräg, manchmal sehr Schwanz, aber manchmal auch einfach nur sehr lustig. Ich habe Milch über die Tastatur gespuckt, als ich ihren Tweet las, der sich auf Frank Schirrmachers Buch “Payback” oder, wie es hinter vorgehaltener Hand heisst: “Ein alter Sack kommt nicht mehr klar”, bezog:

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Platz 3

Johnny bloggt als Spreeblick (Nein, dieser Tweet war auch schon VOR dem Spreeblickartikel in dieser Auswahl und auch auf diesem Platz…;)). Und in diesem Sommer ging es auf Twitter wirklich heiss her, vor allem in Anbetracht der Bundestagswahlen, im September. Natürlich war die Piratenpartei dabei am meisten (selbstgemachtes) Thema. Aber es ging auch um grundsätzliche Fragen. Ich glaube irgendwann war bei jedem der Punkt erreicht, wo man den Scheiss nicht mehr lesen wollte. Das kann man aber auch eleganter ausdrücken, wie der Grand Seigneur der deutschen Bloggosphäre hier beweist (und mich vermutlich wegen dem eben verliehenen Titel töten wird) und bei dem ich mir immer vorstelle, das er ihn drehend auf seinem Bürostuhl mit piepsiger Stimme laut ruft, was das Ganze noch lustiger macht:

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Platz 2

Es war ein harter Kampf zwischen die beiden letzten Plätze. Klar war, das mein GTT-Partner Herm nicht fehlen darf. Vermutlich DER Qualitätstwitterer des Jahres. Jeder Tweet ein Treffer. Aber so viel Perfektion ist natürlich auch unheimlich. Und ich weiss nicht ob er in folgendem Tweet einfach nur einen Blick auf seine eigene Wand beschreibt. Ich bleibe da vorsichtig.

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Platz 1

Hurra! Der Gewinner des Jahres steht fest! Es ist Bosch! Bosch ist eigentlich ein Twitterer wie du und ich. Mal kommt der absolute Knaller von ihm, mal Belangloses. Was auch immer, der grösste Jazzexperte der Alster, Elbe und meinetwegen auch des Rheins, hat hier mit seinem Tweet voll ins Schwarze getroffen. Ich meine, das ist auf so vielen Ebenen lustig, das musste einfach Platz 1 werden. Ich verrate nicht zu viel, seht selbst:

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Ein sehr gutes Twitterjahr, wird man später einmal sagen. Ich bin gespannt was dieses Jahr passiert.



Lamentieren ohne vernünftiges Ergebnis

Die grosse Frage die einen beschäftigt ist ja: Kann man Gefühle verlernen?

Ich befinde mich im Moment in der äusserst glücklichen Situation, wieder ein Gefühl zu spüren, das schon lange nicht mehr bei mir zu Besuch war. Insofern ist eigentlich alles gut und da das ganze noch mit meine geheimen Superfähigkeit gepaart ist (sie nannten ihn ehrfurchtsvoll “The Verdränger”…), kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Nun bezweifel ich nicht das Gefühl an sich. Es ist absolut aufrichtig und aufregend. Aber ich habe ein wenig Sorge davor, das so loszulassen, wie ich es eigentlich sollte und früher auch immer gemacht habe, weil ich befürchte, das es mir ein Schnippchen schlägt. Ich weiss nicht ob das sonderlich einleuchtet. Ich will auch gar nicht sagen, das ich Angst hätte, das Gefühl überzuinterpretieren oder zu befürchten es sei nicht echt. Ich habe keinen Grund an der Echtheit meiner eigenen Gefühle zu zweifeln, sind ja schliesslich meine und die sollte ich persönlich ja eigentlich am besten fühlen. Vielleicht ist es auch nur die Angst aus der Komfortzone des Selbstmitleids heraus zu kommen, die man als Solist nunmal bewohnt und in der man es sich, mit etwas Geschick, auch wunderbar einrichten kann.

Ich stürze mich in dieses Gefühl, wie ich es schon immer getan habe und wofür ich von meinen Freunden auch schon immer gerüffelt wurde. Aber welchen Sinn sollte ausgerechnet dieses machen, wenn man sich nicht komplett reinwürfe? Und doch ist irgendetwas anders als sonst, ich finde nur nicht heraus was es ist. Und das ist es wohl, was mich so ein bischen beunruhigt. Oder ist das einfach nur, weil ich älter geworden bin? Wohl kaum, oder? Bitte sag das das nicht wahr ist. Das wäre ja einfach zu bescheuert. Nein, nein, das kann es nicht sein.

Deswegen steht man dann da, alleine in dem grossen Raum und stellt sich die Frage:

Kann man Gefühle verlernen?

Wenn sie einfach so lange nicht mehr beansprucht wurden, so lange, das man schon gar nicht mehr sicher war, sie in sich zu haben. Dann kann es doch sein, das man sie verlernt, oder? Oder das sie in der Zwischenzeit eine neue Sprache gelernt haben? Oder, noch schlimmer, man selbst hat eine neue Sprache gelernt und erkennt die Alte nicht mehr wieder? Und als wäre das nicht genug, wird es ja sogar noch schlimmer, auch wenn man das jetzt nicht mehr für möglich gehalten hätte. Denn die Frage, die sich jetzt stellt, die alle andern übertönt, lautet ja:

Alter, kann es sein das du dir zu viele Gedanken machst?



Popstars 2009 - Es gibt nur Verlierer

Am Donnerstag endet die aktuelle Popstars-Staffel mit ihrem grossen Finale, in dem entschieden wird, welches Paar aus den Workshops die neue Band “Ich und Du” (oder umgekehrt) formieren wird. Wie eigentlich immer gibt es eine wirklich talentierte Kandidatin und andere, die so lange gezeigt wurden, bis die Zuschauer und die jeweiligen Leute auch selber glaubten, das sie talentiert sind. Diese Popstars-Staffel wird vermutlich meine letzte gewesen sein, die ich aufmerksam verfolgt habe. Naja. Zumindest am Anfang. Ich konnte mir das irgendwann nicht mehr mit ansehen.

Popstars war ja, wenn ich das jetzt gerade richtig überblicke, eigentlich die erste Castingshow, im deutschen Fernsehen. Aus der ersten Staffel sind damals die No Angels entstanden. Dabei hat die Show immer ihre Höhen und Tiefen gehabt, es gab immer Staffeln die mal packender, mal gähnend Langweilig waren. Und es wurde viel ausprobiert. Ich erinner mich noch an die Staffel, wo die Girlgroup gegen die Boygroup antreten musste (Preluders vs. Overground) und irgendwie nie so richtig klar war, um was es hier eigentlich gerade geht. Oder die Monrose-Staffel, die mal eben während sie lief, verlängert wurde und für die Zuschauer unerträglich lang wurde. Und natürlich die Nu pagadi-Staffel, wo es sehr früh NUR noch um den einen Song ging (Seetest Poison), den man dann am Ende der Staffel n a t ü r l i c h auswendig mitsingen konnte. Popstars ist auch immer knapp an die Grenze des Erträglichen gegangen, was meine Empfindlichkeit betrifft, mich als Zuschauer verarscht zu fühlen. Wie gesagt, der offensichtlichste Faktor dafür, das ich als Zuschauer immer nur eine Melkkuh war, war in der Monrose-Staffel. Nun gab es gestern einen noch grösseren Skandal. Gestern war das Halbfinale von Popstars und es ging darum welche zwei von drei Paaren ins Finale zuehen sollen. Und die ganze Show über wurde angeheizt: Rufen sie an, gleich fällt die Entscheidung…blablabla. Nun weiss ich nicht, wie lange das geplant war, was dann kam, denn ehrlich gesagt schien mir das, was das ungelenke moderieren des Sachverhalts betraf, eher eine spontane Entscheidung aus der Regie gewesen zu sein. Aber egal ob spontan oder geplant: Es wurde einfach entschieden, den Zuschauer noch ein bischen mehr abzuzocken, denn es fand eben KEINE Entscheidung statt. Es wurde gesagt, das man noch bis Donnerstag weitervoten kann. Die Leute in der Halle haben gebuht ohne Ende und die Regie, so wie die Moderatoren, waren darauf bedacht, die Show möglichst schnell zu beenden. Mit lauter Musik, damit man das Publikum nicht mehr hört. Mit so einer heftigen und berechtigten Reaktion, haben die wohl nicht gerechnet. Genau nachlesen kann man das in diesem sehr guten Artikel von Peer Schader, drüben im Faz-Fernsehblog.

Um diesen Eklat soll es mir aber gar nicht hauptsächlich gehen. Der ist nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Verachtung, welches auf dem Eisbecher der Inhaltslosigkeit thront. Ich halte die Popstars-Redaktion für ziemlich arrogant. Das ist in manchen Staffeln deutlicher, in manchen weniger deutlich. Ich schätze mal, das liegt auch immer an der aktuellen Redaktionsbesetzung. In der aktuellen Staffel aber war es wirklich nicht mehr auszuhalten:

1.) Die Jury-Besetzung

Ich finde das Michelle Leonhardt eine ganz gute Wahl war. Ich mag es, wenn Leute aus dem Biz in der Jury sind, die vielleicht noch nicht so hammerbekannt sind, für den Zuschauer, deren Kompetenz sich aber schnell von selbst erklärt. MIchelle hat zum Beispiel schon eine Menge Songs für diverse Acts wie die No Angels o.ä. geschrieben, somit ist sie ja eigentlich perfekt für die Jury. Dann kam Alex Christensen dazu, der wirklich sehr nett ist, aber, sorry, in der Jury wirklich gar nichts zu suchen hat. Denn der hat mal so gar keine Ahnung, bzw. muss wahrscheinlich hauptsächlich die Entscheidungen der Redaktion oder des Senders ausbaden, die ja bekanntermassen noch weniger Ahnung von der Materie haben. Das wird jetzt keine grosse Überraschung sein, aber wie das genau abläuft in der Popstars-Jury hat Sido im grossartigen Vice-Interview mal ganz anschaulich erklärt:

Das ging schon in den Castings los. Es ist schon so, dass jedes Jury-Mitglied eine Stimme hat. Dann hat aber Pro7 noch zwei Stimmen und die Produktionsfirma hat zwei Stimmen. Damit ist die Jury schon mal überstimmt. Vier zu drei. Dann hatten die da so eine Ampel im Rücken der Kandidaten, die da auf dem Stern standen. Und die zeigte entweder rot oder grün. Rot war für ‚Den auf keinen Fall’ und grün war für ‚nehmt den, nehmt den!’ Und dann kommt da zum Beispiel irgendein Typ, der nicht singen kann, aber die Ampel war auf grün und wir mussten uns dann irgendeinen Scheiß einfallen lassen. Ich hab immer (macht ein Furzgeräusch) gemacht, damit dann wenigstens ein Witz dabei rumkommt, aber die haben die Leute halt immer weiter gelassen und am Ende findest du dann raus, die haben die Leute weiter gelassen, weil der Vater Krebs hat oder so was. Die kommen dann da hin und fragen, was ist in deinem Leben so los und pipapo und dann kommt raus, dass der Vater Krebs hat und dann ist klar, der Typ kommt weiter. Dann heißt es so: mit dem Typen haben wir noch für zwei Folgen eine Geschichte. Danach können wir ihn ja dann rausschmeißen. Ich will auch mal klarstellen, die Leute bei Popstars haben auch nicht Sido den Musikfachmann gebraucht, sondern Sido, der ab und zu mal ein paar Leute beleidigen kann. Das wollten die von mir sehen.

So genau funktioniert das Prinzip, deswegen werden von der Jury auch schonmal gerne totale Nulpen ins Finale durchgewunken. Weil die Redaktion oder der Sender das aus Marketing-Gesichtspunkten wichtig finden. Weil sie glauben eine Identifikationsfigur gefunden zu haben, für die jungen Menschen, die ihnen suspekt sind, die sie aber als Zuschauer haben müssen. Wenn die Show nicht so unterhaltsam gewesen wäre, könnte einem schlecht werden. Dazu hatte man in dieser Staffel nun aber auch allen Grund. Und das nicht nur wegen dem rumgewichse hiunter den Kulissen, sondern auch wegen dem, was man auf dem Bildschirm sah.

2.) Die Show

Es war dramatisch diesmal, es war sogar noch dramatischer. Es war das vermutlich dramatischste Fernsehereignis, seit es dramatische Fernsehereignisse gibt. Und noch ein bischen dramatischer. Mal im Ernst, das war wirklich eine Heulstaffel. Und noch mehr Emotion rauspressen und noch ein bischen heulen. Dabei hat sich Detlef D! Soost wirklich das erste Mal als total desinteressiertes Wesen gezeigt. Die Kandidaten waren ihm egal, so lange er sie nur zum heulen gebracht hat. Wirklich, seid froh wenn ihr das nicht gesehen habt. Alles was die Jury trainiert hat (allen voran D!), waren Psychospielchen mit den Kandidaten in Las Vegas. Die möglichst schnell und dramatisch dazu führen sollten, das die Kandidaten heulen. Und das war nicht irgendwie rausgeschnitten, oder subtil versteckt oder so. Nö, fröhlich im ON wurde gezeigt, wie schnell man die Nervenbündel zu noch grösseren Nervenbündeln macht. Genüsslich ausgekostet von einem erschlankten Tanz-Instructor Detlef, der mit den Kilos irgendwie anscheinend auch den Spass an der Sache verloren hat. So verbittert, gelangweilt und humorlos kam der nämlich noch nie rüber.

Ansonsten wird die Show langsam aber sicher seziert und ihrer Identität beraubt. Man schneidet sich noch die Filets raus, aber der zuckende Rest wird den Hunden zum Frass vorgeworfen. So wirkt es zumindest, denn noch keine Staffel hat sich so stark an anderen Formaten orientiert, wie diese. Ich war sehr oft nicht mehr sicher, ob ich nicht gerade doch “Germanys Next Topmodel” gucke. Weil die Kandidaten nun immer zu so Werbecastings mussten, und da auch gut aussehen mussten und so: Das war alles Ablenkung, das war aber auch Inhaltsleere und liess eine gewisse Trennschärfe zu den anderen Formaten vermissen. Aber vielleicht ist das von ProSieben ja auch so gewollt. Man soll nachher gar keine Shows mehr unterscheiden können, das soll alles wie ein nicht enden wollender Castingguss wirken. Dann haben sie hier ganze Arbeit geleistet. Das Problem ist nur: Die haben einem Format sein Herz geklaut und ob das lange gut geht, das wage ich zu bezweifeln. Aber müssen sie selber wissen. Vielleicht haben sie auch einfach keinen Bock mehr auf Popstars und wollten das jetzt irgendwie so schmerzhaft wie möglich beenden. Dann müsste ich auch wieder sagen: Chapeau! DAS ist euch gelungen. Ich konnte auf jeden Fall die letzten 2 oder 3 Folgen nicht mehr gucken. Grösstenteils schlecht ausgwewählte Kandidaten in einer unwirtlichen Umgebung werden von abgebrühten Fernsehleuten dem Zuschauer vorgeführt und von einem menschenverachtenden Juror permanent zum heulen gebracht, in einer Show, die ihre Originalität verloren hat und die deswegen andere Formate kopiert. So könnte man es zumindest auf einen Satz bringen.

Ich mochte Popstars immer gerne, lieber als andere Castingshows. Aber was die sich diesmal erlaubt haben, war eindeutig zu viel. Wenn sogar meine 8-jährige Tochter das stinkend langweilig und doof findet, dann kann da irgendwas nicht stimmen. Die ist nämlich mindestens genauso begeisterungsfähig wie ich für Fernsehen, nur noch eine Spur unkritischer. Also eigentlich genau das, was Pro7 da vor der Kiste haben will. Und gerade kategorisch vertreibt.

Ich weiss: Die sitzen jetzt in ihren Büros, vielleicht auch im Meeting Raum in Unterföhring und reiben sich die Hände. Der Pressetyp rennt aufgeregt ins Büro und schreit die ganze Zeit “Any promotion is good promotion! Any promotion is good promotion!” und die Chefredakteure, Geschäfstführer und verantwortlichen Redakteuer lachen sich kaputt. Über die Dummheit des Zuschauers und das sie nun so viele Reaktionen haben. Man siehe zum Beispiel das Statement des Pro7-Unternehmenssprechers Christoph Körfer gestern Abend zu DWDL.de, die mal berechtigterweise gewagt haben nachzufragen, was denn da in der Halbfinal-Show schief gelaufen ist. Die Antwort haben sie bekommen: Der dumme Zuschauer hat natürlich mal wieder versagt! Oder, wie es aus dem Munde eines echten Unternehmenssprechers lautet:

“Das war eine geplante redaktionelle Entscheidung. Schon häufiger wurden bei ‘Popstars’ Teile einer Entscheidung erst in der nachfolgenden Sendung aufgelöst.”

Das ist schon ein ziemlich deutlicher Punch in the face. Das ist aber ein ganz anderes Problem. Fernsehen wird fast nur noch von Leuten gemacht, die den Zuschauer dafür hassen, das er macht was er will. Das ist meistens auf Seiten der Sender noch schlimmer als auf Seiten der Produktionsfirmen, wobei es da auch ein paar gibt, denen die Zuschauer Wurst sind und die einfach nur schnell mit dem Sender absahnen wollen. Und da hat sich der Zuschauer gefälligst so zu verhalten, wie die das gerne wollen. Das ist nun gestern Abend in die Hose gegangen. Aber seiner wir ehrlich: Es wird überhaupt keine Auswirkung auf irgendwas haben. Nächstes Jahr wird irgendwann eine neue Popstars-Staffel kommen, mit einem noch gelangweilteren D!, noch mehr Werbecastings um noch mehr Marken in der Sendung unterbringen zu können und noch schlechtere Kandidaten um dem Zuschauer noch klarer zu machen, wie wenig er für die Macher wert ist. Aber trotzdem:

Dieser eine Moment gestern Abend, in dem die Zuschauer den Machern den Fuck-Finger gezeigt haben, den werde ich immer in sehr guter Erinnerung behalten. Für mich schon jetzt einer der Popstars-Magic-Moments. Und vermutlich auch der letzte, denn ich kann das zu Schrott gewordene Ex-Gold nicht mehr gucken.

Übrigens: Normalerweise kann man um die Zeit ja auf der Pro7-Seite schon immer die komplette Folge vom Vorabend gucken. Komisch das das heute nur Ausschnittweise geht…:)